Draußenunterricht mit Kopf, Herz und Hand

  • Juli 9th, 2018
  • Naturzeit
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  • Daniela Höpfner

Der achtsame Umgang mit der Natur liegt Christine Zarske (im Bild oben) am Herzen. Die Diplom-Biologin und Umweltpädagogin möchte auch Kinder zu Naturliebhabern und –schützern machen. Durch ein Naturprojekt in Wilhelmsburg kam die Mutter von zwei erwachsenen Töchtern auf die Idee, auch Schülern an Grundschulen in Altona die Natur mit allen Sinnen nahezubringen. Für die Stiftung WAS TUN! leitet sie seit dem Schuljahr 2017/2018 das Projekt NATURZEIT, bei dem SchülerInnen im Rahmen des regulären Unterrichts Ausflüge in die Stadtnatur der Schulumgebung unternehmen. Mit WAS TUN! spricht sie über das Konzept des Projekts, wie es bei Schülern und Lehrern ankommt und wie es weitergehen soll.

Was ist die Idee hinter NATURZEIT?

Großstadtkinder haben oft wenig Zugang zur Natur. Und es zeigt sich, dass vor allem Kinder aus bildungsfernen und einkommensschwachen Familien kaum mit ihren Eltern hinaus in die Parks und Naturflächen unserer Stadt gehen und daher wenig Gefühl für die Tiere und Pflanzen um uns herum haben. Wir sprechen daher aktuell nur Grundschulen aus sozial schwachen Gegenden an. Mit der NATURZEIT lernen die Kinder nicht nur die Natur kennen, sie erfahren auch, dass sie Teil dieser Natur sind.

In den Schulen gibt es Sachkundeunterricht – warum dann noch extra NATURZEIT?

In der Schule steht Wissensvermittlung im Vordergrund. Mit unserem NATURZEIT-Projekt lernen die Kinder auch viel, doch zusätzlich erfahren sie die Natur mit allen Sinnen. NATURZEIT ist Draußenunterricht, bei dem die Kinder aktiv sind; sie sehen, riechen, fühlen und hören, was draußen geschieht. Das ist ein ganz anderes, viel intensiveres Begreifen der Natur.

 Wie ist das Konzept aufgebaut?

Ein Schuljahr lang entdecken wir die Stadtnatur ein- bis zweimal im Monat. Für anderthalb Stunden, also für zwei Schulstunden, gehen wir raus und bearbeiten ein Thema, z.B. wie Bäume das Wasser transportieren und ein Baum das Sonnenlicht nutzt. Erst erzähle ich etwas dazu und frage die Schüler, was sie schon wissen. Anschließend gehen die Kids das Thema aktiv an. Dabei schlüpfen sie zum Beispiel in die Rolle der Tiere, um die es geht. Dann machen wir ruhige und konzentrierte Spiele zum Verständnis, die ich extra für diese Stunden vorbereitet habe. Zwischendurch singen wir oft gemeinsam ein Lied und beenden die gemeinsame NATURZEIT mit einer Abschlussrunde.

Wie nehmen die Schüler und Lehrer das Projekt an?

Schüler wie Lehrer sind begeistert! Das Naturerlebnis mit allen Sinnen führt dazu, dass die Kinder auch sich selbst besser wahrnehmen, wodurch auch ihr Selbstbewusstsein steigt. Und ein positiver Nebeneffekt ist, dass die Kids sich mehr bewegen. Und die Lehrer, die als beobachtende Begleiter mitkommen, lernen ihre Schüler oftmals aus einer ganz anderen Perspektive neu kennen.

Wie hoch sind die Projektkosten?

Bei 7 Naturzeitterminen pro Schuljahr betragen die Projektkosten für eine Klasse 1.200,- Euro. Darin sind ein Abschlussausflug, das Honorar, die Materialkosten für die Kinder sowie Kommunikationskosten mit der Stiftung enthalten.

Was ist Ihr Ziel mit NATURZEIT?

Ich möchte, dass die Kinder durch schöne NATURZEIT-Erlebnisse Lust bekommen hinaus in die Natur zu gehen. Die Kids sollen lernen, dass unsere Natur ein Teil von uns und als unsere Lebensgrundlage schützenswert ist. Jeder Mensch sollte dazu beitragen, die Natur zu erhalten. Mit Naturerleben können die Kinder erfahren, wie sich ihr eigenes Handeln auf ihre Umwelt auswirkt.

Was wünschen Sie sich, wie es weiter gehen soll?

Die Kinder und Lehrer haben unser Projekt super aufgenommen. Nun wollen wir es natürlich ausweiten. Aktuell besteht an der Grundschule Mendelsohnstraße ein Bedarf für die 4 Klassen der Stufe 2. Schön wäre es, wenn die SchulleiterInnen aller Altonaer Grundschulen und auch der angrenzenden Bezirke noch besser informiert wären, wie gut es Schülern tut, an der NATURZEIT teilzunehmen. Ein Traum wäre es, wenn an allen Hamburger Schulen Draußenunterricht eingeführt werden würde.

Umweltpädagogin Christine Zarske mit Kindern während einer NATURZEIT

Helfen Sie mit, Hamburger Grundschulkindern NATURZEIT zu ermöglichen!
Ihre Spende ist herzlich willkommen. Als gemeinnützige Stiftung stellen wir Ihnen gerne eine steuerlich abzugsfähige Spendenbescheinigung aus.

Ihre Ansprechpartner für die Stiftung WAS TUN!
Anuschka Lichtenhahn-Pense, Vorstand, a.lichtenhahn[at]wastun.net, Tel. 0172-4082506
Annette Plambeck-Warrelmann, Vorstand, a.warrelmann[at]wastun.net, Tel. 0171-5000684

 Für fachliche Rückfragen
Christine Zarske, Projektleiterin, Diplom-Biologin und Umwelterlebnispädagogin mit einer Zertifizierung 2017 beim BINU Bildungsinstitut für Natur und Umwelt.
C.Zarske[at]gmx.de, Tel. 0176-57203614

Daniela Höpfner

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