Kerstin ist Leiterin des WAS TUN-Projektes Stadtgemüse

Neue STADTGEMÜSE-Projektleiterin: Kerstin

  • Oktober 7th, 2019
  • Stadtgemüse
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  • Daniela Höpfner

Gärtnern ist ihr Hobby und beruflich war Kerstin die vergangenen Jahre in der integrativen Entwicklungsarbeit tätig. Nun hat die Mutter von drei Kindern beides kombiniert: Seit September ist sie Projektleiterin bei unserem integrativen Urban Gardening-Projekt STADTGEMÜSE. Wir freuen uns sehr, dass Kerstin Teil unserer Stiftung WAS TUN! ist.

Kerstin, du hast die Projektleitung bei STADTGEMÜSE übernommen. Was hat dich bewogen, das zu tun?

Das Thema Nachhaltigkeit ist mir sehr wichtig. Daher habe ich mich vor 2,5 Jahren zur Natur- und Umweltpädagogin weitergebildet. Ehrenamtlich habe ich schon viel mit Kindern als Naturpädagogin gearbeitet. Nun wollte ich auch mal etwas mit Erwachsenen auf diesem Gebiet machen. STADTGEMÜSE als Urban Gardening-Projekt zusammen mit Geflüchteten in allen Altersklassen erschien genau auf mich zugeschnitten.

Was genau machst du am Dienstag im Baakenhafen bei STADTGEMÜSE?

Wir beginnen erst mal mit einer Tasse Tee und besprechen, was an dem Tag ansteht bei den Hochbeeten. Der Herbst zieht gerade ein und es ist die letzte Periode des Jahres, in der wir etwas säen können. Auch im Winter sollten die Hochbeete nicht brach liegen, da Regen und Wind den Boden sonst auswaschen. Je nachdem, was anliegt und wie viele aus der Gruppe da sind, gärtnern wir zirka für eine Stunde. Dann geht es ins HexHouse und wir kochen gemeinsam, was wir in der Vorwoche besprochen haben. Manchmal kocht ein Bewohner des Flüchtlingsheims ein Gericht aus seiner Heimat. Manchmal wünscht sich die Gruppe aber auch etwas Deutsches. Für kommende Woche wurde sich Grießbrei gewünscht.

Du arbeitest fast ausschließlich mit geflüchteten Männern zusammen. Wie ist das mit der Akzeptanz für dich als Frau?

Es hat etwas gedauert. Bei meinen ersten Besuchen beim Projekt, haben mir die Geflüchteten meistens nicht direkt auf Fragen geantwortet, sondern haben sich an meinen männlichen Vorgänger gewandt. Als ich dann schließlich anfing das Projekt zu leiten, meine ich, bei einigen Skepsis gespürt zu haben. Doch das währte nicht lange. Beim zweiten oder dritten Mal wurde ich schlicht gefragt, ob ich jetzt der Boss sei. Das habe ich bestätigt und bin nun völlig akzeptiert.

Hattest du am Anfang Berührungsängste?

Ich bin schon mit großem Respekt an das Projekt und auf die Gruppe zugegangen. Doch alle sind wahnsinnig nett. Der Kern der Gruppe besteht aus älteren Männern, die sehr höflich sind. Es gibt natürlich noch Verständigungsschwierigkeiten, da viele noch mit der deutschen Sprache Schwierigkeiten haben. Ich setze mich dann aktiv daneben und mit Händen, Füßen, Geduld und viel Humor, bekommen wir ein Gespräch hin.

Was wünscht du dir für die kommenden Monate?

Es wäre toll, wenn die jetzige tolle Gruppe bestehen bleibt und auch die Akzeptanz meiner Person bleibt, vielleicht sogar noch wächst. Zudem würde ich gemeinsam mit der Gruppe gern ein bis zwei größere Projekte bei den Hochbeeten stemmen. So fände ich es schön, wenn wir auf einigen Hochbeeten kleine Gewächshäuser setzen könnten. Auch die Plastikfolie in den Hochbeeten zum Schutz der Erde müsste ausgetauscht oder zumindest repariert werden. Solche Projekte schaffen wir jedoch nicht an einem Dienstagnachmittag, das wären Wochenendprojekte. Es wäre natürlich auch toll, wenn Geflüchtete aus der Gruppe selbst Wünsche und Ideen äußern, die wir dann gemeinsam umsetzen könnten.

Was rätst du anderen, die sich auch gern engagieren würden, die WAS TUN wollen, aber nicht wissen, wie?

Einfach machen! Es gibt eine Millionen Möglichkeiten, bei denen man sich einsetzen kann. Bei der Auswahl sollte man sich genau überlegen, was einem Freude bereitet und in welchem zeitlichen Rahmen das Engagement stattfinden sol. Denn diese Freude und der persönliche Rahmen bilden die Basis der Arbeit und diese Basis muss solide sein.

Zu unserem Projekt STADTGEMÜSE

Wer neugierig geworden ist und sich unser STADTGEMÜSE-Projekt anschauen möchte, kann gern vorbeikommen, Gretchen-Wohlwill-Platz, Baakenhafen in der HafenCity. Aktiv mitmachen ist immer dienstags (16:30 – 19 Uhr) möglich – dann ist unser Projektleiterin Kerstin vor Ort.  Wir freuen uns!

STADTGEMÜSE ist rein Spenden finanziert. 

Ihre Spende ist herzlich willkommen. Eine Beetpatenschaft kostet 150 Euro/Jahr. Als gemeinnützige Stiftung stellen wir Ihnen gerne eine steuerlich abzugsfähige Spendenbescheinigung aus. Mehr über STADTGEMÜSE erfahren Sie hier.

Spenden geht ganz einfach über https://betterplace.org/p65051.

Ihre Ansprechpartner für STADTGEMÜSE bei der Stiftung WAS TUN!
Dr. Andreas Pense, a.pense[at]wastun.net, Tel. 0172-4110399
Lars Warrelmann, l.warrelmann[at]wastun.net, Tel. 0172-4161601

 

Daniela Höpfner

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