Christine Zarske vorgestellt!

  • April 8th, 2020
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  • Kathrin Dovidat

Christine wird von Kathrin Dovidat für WAS TUN! interviewt.

2017 startete WAS TUN! die NATURZEIT in der Katholischen Schule Altona am Dohrnweg mit der Naturerlebnispädagogin Christine Zarske.

WAS TUN!:
Hallo Christine, was ist in den letzten beiden Jahren in der NATURZEIT passiert?

Christine:
Schon kurz nach Projektstart 2017 mit den 1. Klassen der Katholischen Schule Altona war das postive Feedback von Schüler*innen, Eltern und Lehrer*innen überwältigend. Schnell sprach sich das herum und viele andere Grundschulen wollten nun auch die NATURZEIT auf ihrem Stundenplan haben. So kamen nach und nach weitere Schulen wie die Schule Mendelssohnstraße, Barlsheide, Sternschanze, Schule auf der Veddel und Schule Rotenhäuser Damm mit mehreren Klassen hinzu.

WAS TUN!:
Was ist denn für die Kinder mit der NATURZEIT anders als sonst?

Christine kommt ins Schwärmen:
Die Kinder begeistern sich für die Natur! Wir gehen mit den Kindern regelmäßig in die schulnahe Natur. Sie wird zu unserem Erlebnisraum. Wir entdecken, wie sich die Pflanzen entwickeln und behaupten, welche Tiere hier zuhause sind und wie wir mit allen unseren Sinnen der Natur begegnen. Und dabei sind unzälige unterschiedliche Begegnungen mit dem Lebensraum Natur möglich: Wir können in Ruhe genießen und beobachten, unsere Sinne schärfen und vieles entdecken, experimentieren und staunen, gärtnern und Erfolge ernten. Wir suchen uns Plätze und Dinge zum Spielen und zum Toben, legen Sammlungen an und gestalten Naturmaterialien und machen noch viele andere Dinge. Die Natur ist ein wertvoller Schatz, dessen Reichtum die Kinder für sich mit der NATURZEIT entdecken. Jedes Kind baut dabei seine individuelle Beziehung zu diesem Lebensraum auf.

Ich erlebe, wie sich für die Kinder neue Horizonte öffnen und Freiräume für die Selbsterfahrung entstehen. Durch dieses innere Wachstum wird die Persönlichkeitsentwicklung gefestigt.

WAS TUN!:
Wie bist du Naturerlebnispädagogin geworden?

Christine lacht:
Ich bin doch selbst ein Kind der Natur. Besonders geprägt von den 80-er Jahren, dem Jahrzehnt der Umwelt- und Friedensbewegung. Seitdem ist mir bewusst geworden, wie wichtig es ist, unsere Erde zu verstehen und zu schützen. Meine ersten Erlebnisse im Bereich „Nachhaltigkeit“ gab es schon lange bevor es diesen Begriff gab. Ich arbeitete auf Biohöfen und in Baumschulen. Danach folgten mein Biologiestudium und meine ersten Jobs. Lange war ich im Wasseraufbereitungssegment und im Anlagenmanagement tätig.

Aber plötzlich hat sich mein Herz zu Wort gemeldet und gesagt: Liebe Christine, in echt möchtest du doch „back to the roots – also zurück zur Natur, nicht wahr?! Und so startete ich meine Ausbildung zur zertifizierten Naturerlebnispädagogin mit viel Elan und großem Erfolg.

Nach meinem Abschluss habe ich die erste Natur-Erlebnis-Klasse in einer Vorschule in St. Pauli gegründet und weitere umweltpädagogische Angebote an verschiedenen Schulen ins Leben gerufen.

WAS TUN!:
Wie ist dir denn das gelungen?

Christine:
Reden, reden, reden. Am besten gleich mit den Entscheidern vor Ort, nur so kann der Funke überspringen und überzeugen. Hinter jeder erfolgreichen Kooperation steht immer ein Mensch, dem die Wichtigkeit der Naturpädagogik so ans Herz gewachsen ist, dass er ihr Raum und Ressourcen gibt.

WAS TUN!:
Wie geht es jetzt weiter, Christine?

Christine:
Mittlerweile leite ich unser wundervolles und engagiertes Team der NATURZEIT. Wir sind in mehreren Schulen tätig und freuen uns auf mehr teilnehmende Schulklassen, damit möglichst viele Stadtkinder eine tiefe und nachhaltige Beziehung zu unserem Lebensraum Natur aufbauen können und als Erwachsene Verantwortung für den Schutz der Natur übernehmen. Unsere Schwerpunkte sind die Schulen in Stadtteilen mit einem Sozialindex 1 bis 3.

Immer häufiger beobachten wir, wie durch die Verdichtung der Stadt auch Naturoasen der Kinder weichen müssen, sei es nur der Platz unter einem Baum oder die Wiese nebenan. Diese Rückzugsorte der Kinder gehen leider oft verloren, ohne dass die Erwachsenen bemerken, wie wichtig diese für die Stadtkinder sind. Unsere Schulkinder sprechen darüber, auch in ihren Familien. Mit der NATURZEIT unterstützen wir die Kinder, den Kontakt zu bestehenden urbanen Lebensräumen von wilden Tieren und Pflanzen aufrecht zu erhalten.

Aktuell können wir allerdings bedingt durch das Covid-19 Virus nicht in den Schulen tätig sein. Damit wir die Kinder aber dennoch erreichen, bekommen sie nicht nur unsere NATURZEIT-Unterlagen mit Arbeitsaufträgen und Anleitungen direkt nach Hause, sondern wir haben auch mit einem ganz neuen Medium gestartet: NATURZEIT goes digital! Unter NATURZEIT digital ist ein neues YouTube-Format entstanden, dass nun regelmäßig Naturbeobachtungen, Tipps und schöne Mitmach- und Versuchsaktionen anbietet.

Schauen Sie doch mal rein! https://www.youtube.com/watch?v=XOiHw6fC0WQ

Kathrin Dovidat

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